Jugendmagazin "Topic" besucht Spengergasse

Das Jugendmagazin "Topic" hat den IOT (Internet of Things)-Unterricht der vierten Jahrgänge besucht und einen zweiseitigen Bericht über die Ausbildung verfasst. 
 
Der Artikel zum Nachlesen (Mit freundlicher Genehmigung der Autoren):

Im Bauch des Rechners

Sind Programmierer einsame Nerds? Nein! Sie müssen sogar soziale, kreative Teamplayer sein.

stringa=console.readline();

So redet Thomas mit einem Computer.

Genauer gesagt: so befiehlt er der Maschine was sie tun soll, wenn jemand auf die Taste mit dem A drückt.

Kein Zweifel: in der HTL Spengergasse lernt man Computer von ganz innen kennen. Also lernt man zuerst einmal ihre Sprache.

Spielerische Logik

Eine Programmiersprache, das sind „Befehle in einer logischen Reihenfolge, so dass das Programm macht was ich will“, erklärt Michael. „Man muss sich damit spielen, sich hin setzen und viel Zeit investieren, damit man rein kommt.“ Thomas kann das bestätigen:

„Ich hab schon mal zwei Tage lang einen Fehler gesucht!“. Irgendwie klingt das sogar stolz.

Zum Glück ist der Unterricht von Anfang an mit spannenden Übungen und Erfolgserlebnissen gewürzt. Schönstes Beispiel: ein selbst gemachter Taschenrechner. „Das war der Hammer“, erinnert sich Thomas und lacht, „ich bin nach Hause und hab meinen Eltern gesagt: hier, guckt mal, ich hab einen Taschenrechner gemacht!“

„Man muss für die Schule aber kein Nerd sein“, betont Nadine. Und Thomas ergänzt: „Wir konnten vor der Schule nicht Programmieren. Man kann ohne Informatik-Vorwissen her kommen“.

Schlaue Scheibenwischer

Nadine, Michael und Thomas haben ein Wahlpflichtfach namens „Internet of Things“ belegt. So nennt man es, wenn Dinge wie Kühlschränke, Autos oder Waschmaschinen online vernetzt und „schlau“ werden.

Neulich hat Michael zum Beispiel seinen Laptop umprogrammiert. Alle Töne werden nun automatisch leise, bevor der Unterricht beginnt. Jeden Tag von Hand leiser einstellen fand er „nervig, darum haben wir´s automatisiert.“

Heute packt die Klasse Rasperry Pi Minicomputer und Sensoren für Luftfeuchtigkeit aus. Thomas testet den Sensor gleich mal mit seiner Atemluft. Dann schaut er sich neugierig die Programme an. Die Aufgabe lautet: einen vollautomatischen Scheibenwischer entwickeln. Der Sensor soll merken wenn es regnet, der Computer soll dann den Wischer selbstständig einschalten. Je mehr es regnet, desto schneller soll er wischen.

Alle sind in das Projekt vertieft, gearbeitet wird in kleinen Gruppen. Herr Hammerl, der Lehrer schaut zufrieden zu. Nur wenn ihn jemand etwas fragt, gibt er Tipps.

Spätestens im Praktikum merken die Schüler, wie nützlich und wertvoll ihre Ausbildung ist. Nadine hat in einer Firma den Angestellten mit allen möglichen Computerproblemen geholfen. Michael hat einem Betrieb geholfen, auf ein neues Betriebssystem umzusteigen. Thomas war sogar Teamleiter, um eine neue Website mit Datenbank einzurichten.

Vielseitige Ausbildung

Für solche Aufgaben muss man natürlich auch geschickt mit Menschen umgehen können. Informatik ist Teamarbeit. Also werden in der Schule auch die „soft skills“ intensiv trainiert – Kommunikation und soziale Kompetenz. Etwa durch Referate. „Vor der Klasse etwas präsentieren ist am Anfang eine Überwindung“, gesteht Nadine, „aber es wird dann immer leichter.“

Nadine interessiert sich ganz besonders für Fächer wie Betriebswirtschaft und Management. „Wir lernen, wie man die Finanzen unter Kontrolle hat“, erzählt sie, „und jetzt machen wir gerade wirtschaftliche Kennzahlen.“ Bevor sie eine Stelle annimmt kann sie damit prüfen, wie erfolgreich die Firma tatsächlich ist. Zuletzt hat sie für eine Übungsfirma eine Werbe-Strategie mitsamt Werbespot gemacht.

Solche Fähigkeiten sind natürlich auch für etwas anderes nützlich, weiß Nadine: „Es gibt Schüler, die nach der Matura sofort selbstständig geworden sind.“
 

Höhere technische Bundeslehr- und Versuchsanstalt für Textilindustrie und Informatik, Spengergasse 20, 1050 Wien      Tel.: +43 1 546 15 - 0       Mail: manager@spengergasse.at